Zwei Löschfahrzeuge helfen bald im Katastrophengebiet

 

Verein SAFeRS setzt Großprojekt in fünfstelliger Höhe für griechische Partnerfeuerwehr um

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Ein weiter Weg liegt noch vor den beiden Löschfahrzeugen, die auf ihrer Reise nach Griechenland auch die Alpen überqueren mussten. Foto: Verein SAFeRS

Kehrig. Zwei voll ausgerüstete Tanklöschfahrzeuge mit je 5000 Liter fassenden Wassertanks hat jetzt der Kehriger Verein SAFeRS der Freiwilligen Feuerwehr Neos Voutzas in Griechenland übergeben. Damit endet ein ungewöhnliches Projekt, das am 24. Juli 2018 seinen Anfang nahm. Am Tag zuvor wurden die Ortschaften Neos Voutzas, Nea Makri und Mati östlich von Athen durch einen verheerenden Waldbrand hart getroffen – mehr als 100 Menschen verloren ihr Leben, Tausende ihre Häuser.

Die Wertschätzung für die ganze Arbeit wurde allen Beteiligten im Rahmen der feierlichen Übergabe deutlich. Interessierte Bürger, mehrere griechische Presseteams sowie weitere Vertreter der deutschen und österreichischen Botschaften nahmen an der feierlichen Übergabe und Segnung der 18 Tonnen schweren Fahrzeuge teil.

„Wir wollten ein Zeichen für unsere Freunde und Partner von der Freiwilligen Feuerwehr in Neos Voutzas setzen“, so Daniel Keifenheim, Vorsitzender des Vereins SAFeRS, der seit 2014 eine enge Partnerschaft pflegt. Der Fuhrpark der griechischen Partnerfeuerwehr war bis dato im Durchschnitt 46 Jahre alt und sollte noch vor der nächsten Waldbrandsaison modernisiert und ausgebaut werden. Durch die Schenkung der 25 und 26 Jahre alten Fahrzeuge erfährt die Ferienregion eine wesentliche Aufwertung des Brandschutzes.

Der Verein hat sich 2016 zum Ziel gesetzt, ausgemustertes, aber einsatzfähiges Einsatzmaterial im Aufbau befindlichen Feuerwehren weltweit zugutekommen zu lassen. Nach einigen Monaten und intensiven Gesprächen konnten zwei Kommunen vom Verkauf zweier Altfahrzeuge an SAFeRS überzeugt werden, erklärt Keifenheim.

Dank einer groß angelegten Spendenaktion konnten die Fahrzeuge jeweils zu Vorzugskonditionen erworben werden. Der ehemalige deutsche Feuerwehrmann Manfred Westermeier, der seit einigen Jahren bei den Kameraden in Neos Voutzas aktiv ist, konnte eine Großspende der in Griechenland ansässigen Teleperformance für SAFeRS akquirieren. „Neben 20 Prozent der Spenden aus Griechenland kamen weitere 67 Prozent aus Deutschland, 7 Prozent aus Österreich und 6 Prozent aus der Schweiz”, so David Zenz, Geschäftsführer des Vereins. Zu den Spendern gehören neben Firmen auch etliche Privatpersonen.

Somit war der schwierigste Teil der Vereinsarbeit getan. Nach Bestückung mit feuerwehrtechnischem Material konnte die Überführung der Fahrzeuge von Bergisch Gladbach (Nordrhein-Westfalen) über Hofkirchen (Bayern) mit Überquerung der Alpen bis zum Fährhafen in Venedig wie geplant umgesetzt werden. Von Venedig ging es via Adria-Fähre nach Patras. Die Fährpassage für beide Fahrzeuge wurde von der Fährgesellschaft Anek Lines gespendet.

Die Schenkung der Fahrzeuge im hohen fünfstelligen Bereich ist das bis dahin wichtigste Projekt des Vereins. Für weitere Projekte auf der Insel Kefalonia sowie zwei Ortschaften auf Euböa und in Attika werden Fahrzeuge gesucht und Spenden gesammelt. red

Weitere Infos zu SAFeRS und zur Arbeit des Vereins unter www. safers.info oder über Facebook www.facebook.com/safersev/