Winfried Stadtfeld geht in den Ruhestand

Kirche Diakon bleibt den Gläubigen erhalten

Von unserer Mitarbeiterin Elvira Bell

 

Alzheim/Kehrig. Offiziell beginnt für Winfried Stadtfeld am kommenden Sonntag, 6. November, der Ruhestand. Doch auch nach Vollendung seines 70. Lebensjahres darf der Diakon zu seiner großen Freude in den Pfarrgemeinden in Alzheim und Kehrig weiterhin pastoral tätig sein – wenn auch mit Einschränkungen. „Unser Bischof Stephan Ackermann hat es mir erlaubt“, berichtet Stadtfeld.

„Einmal Diakon, immer Diakon“, sagt der gebürtige Plaidter, der mit seiner Frau Anneliese im Alzheimer Pfarrhaus wohnt. Schon früh war sein Leben christlich geprägt. Er sei schon als Kind gern in die Kirche gegangen, berichtet der beliebte Seelsorger heute. „Kirche war und ist für mich Heimat und Geborgenheit“, sagt Stadtfeld.

Sehr wohl fühlte er sich als Kind in dem von Ordensschwestern geführten Kindergarten in Plaidt. Zu Gast war Winfried Stadtfeld auch oft in deren Kloster, gleich nebenan. Schon in frühen Jahren engagierte er sich in der Kirchengemeinde, als Pfadfinder, Messdiener, Lektor, im Pfarrgemeinderat, im Kirchenchor, bei der Kolpingsfamilie und in der DJK. „Ich erlebte wunderbare Kapläne und Pastoren, und so ist der Wunsch in mir groß geworden, einen pastoralen Beruf zu ergreifen.“

Und das, obwohl der Weg ins pastorale Amt zunächst nicht vorgezeichnet war. Stadtfeld erlernte zunächst den Beruf des Industriekaufmanns und absolvierte seine Zeit als Wehrpflichtiger bei der Bundeswehr. Sein Heimatpfarrer Johannes Brachtendorf machte ihn dann auf ein Diakonat aufmerksam.

Brachtendorf beriet, unterstützte und bestärkte ihn, sodass sich Stadtfeld im Diakonenkreis Koblenz anmeldete. Die Möglichkeit, Diakon zu werden, sah Stadtfeld als große Chance an. Nach einem dreijährigen Studium des Würzburger Fernkurses leitete Stadtfeld von 1971 bis 1975 im Auftrag der Andernacher Pfarrei Maria Himmelfahrt das pfarreigene Altenheim Marienstift. Eine Zeit als Gemeindereferent in der Pfarrei St. Margaretha in Heimbach-Weis schloss sich an, ehe Stadtfeld dann am 14. Oktober 1979 die Diakonenweihe durch Bischof Dr. Bernhard Stein im Hohen Dom zu Trier empfing.

„Ich habe den Schritt nie bereut”, betont Stadtfeld. Heute weiß der Kirchenmann: Diakon zu sein, ist seine Berufung. „Ich bin Diakon geworden, um zu segnen“, erklärt er. „Die Menschen brauchen heute mehr denn je die segnende Begleitung Gottes. Dafür bin ich da, und ich bin es gern.”

Nach der Weihe zum Diakon war Stadtfeld für Menschen mit geistiger Behinderung und deren Eltern ebenso zuständig wie für Einrichtungen der Behindertenhilfe, für Wohnheime, Werkstätten, Tagesförderstätten, Schulen, Kindergärten und so weiter im gesamten Bistum Trier. „Ich habe die Behindertenseelsorge für Menschen mit geistiger Behinderung im Bistum Trier mit aufgebaut“, berichtet er. Diese Aufgabe, die er mit großem persönlichen Einsatz und mit Liebe zu den Menschen 20 Jahre lang ausübte, hat sein seelsorgliches Leben stark geprägt.

Seit Juli 1999 ist Stadtfeld als Diakon in der Pfarreiengemeinschaft Mayen. Welche Aufgaben er am liebsten wahrnimmt? „Das kann ich nicht sagen. Die breit gefächerten Aufgaben in meiner seelsorgerischen Tätigkeit sind mit einem Garten zu vergleichen. Man erfreut sich am Gemüse, aber auch an den Blumen und am Obst, an allem, was gedeiht.“

Winfried Stadtfeld wird den Gläubigen in Kehrig und in Alzheim auch in seinem Ruhestand als Diakon zur Verfügung stehen